
DIE WÜNSCHE GEHÖREN UNS
Katharina Geisers fiktionalisierte Schilderung der letzten Lebenstage ihrer Ururgrossmutter Elise Linder-Brand im Berner Oberländischen Armenasyl Brüggli verhandelt in einer vielgestaltigen, bildhaften Sprache ein unrühmliches, bis in die 1970er Jahre reichendes Stück Schweizer Sozialgeschichte. Wie es der Autorin gelingt, aus diesem prekären Schauplatz erzählerische Funken zu schlagen, bleibt ihr Geheimnis. Fest steht: Durch ihr Buch zieht sich eine poetische Glut, die das Unwürdige zu würdigen weiss.
AUS DER LAUDATIO FÜR DIE LITERARISCHE AUSZEICHNUNG DER STADT ZÜRICH
DIE WÜNSCHE GEHÖREN UNS
Unaufgeregt kommt diese Geschichte daher, ihre leisen Töne sind es, die bei mir einschlagen, die mich mitfühlen lassen, die mir gefallen haben. Sehr sogar. Bewundert habe ich, wie Katharina Geiser es schafft, dass bei diesem Thema die Schwermut nicht überwiegt, wie sie einen ganz eigenen Humor immer wieder durchblitzen lässt. Wie sie vom Glück erzählt, das in kleinen Dingen liegt. Von Erträumtem und unerfüllten Wünschen.
PETRA KUHN, INSTAGRAM > petrasbuecherapotheke
DIE WÜNSCHE GEHÖREN UNS
Gleich vorweg: So richtig viel Plot gibt es nicht. Wie auch? Für die meisten Leute, die ins Brüggli abgeschoben werden oder auf sonstigen verschlungenen Wegen dort landen, ist hier Endstation. (...) Gruselig und großartig gleichzeitig ist es, wie Geiser dieses Stück Geschichte, das übrigens auch ein Stück ihrer Geschichte ist, in die Gegenwart bringt. Besonders eindrücklich schildert sie das ewige Kinderkriegen von Frauen, wie sehr unehelicher Nachwuchs für Stigma sorgt, wie gefährlich das Wochenbett ist, wie wenig Alternativen es dazu gibt, sein Kind in einer warmen Sommernacht auf eine fremde Hofschwelle zu legen.
CHRISTINA KÖNIG, AUTORIN, DREHPUNKTKULTUR
DIE WÜNSCHE GEHÖREN UNS
Die Kapitel werden mit wunderschönen tiefgründigen Fragen eingeleitet, die mich manchmal zum Schmunzeln gebracht haben und von einer jungen Heimbewohnerin gestellt werden. Sie verleihen dem ernsten Thema Leichtigkeit und regen gleichzeitig zum Nachdenken an. (...) "Die Wünsche gehören uns" ist kein leichtes Buch, aber ein unglaublich wichtiges. Es erzählt von einem dunklen Kapitel der Vergangenheit, das nicht in Vergessenheit geraten darf. Und es zeigt, wie Menschen sich trotz aller Widrigkeiten ein Stück Würde und Hoffnung bewahren.
ANTONIA VON WISSEL, INSTAGRAM > lesefin__
UNTER OFFFENEM HIMMEL
Klara und Elise und Sanne und Trudchen und das Anni und das Röseli. Die Schweiz, die Frauen, die Liebe zum Wort und zum Detail. Wie leicht in diesem Mehrgenerationenroman Geschichten und Flüsse, Lieben und Zeiten und Sprachen ineinanderfließen! Wie zaghaft sich Gefühle behaupten und wie stark die Instinkte. Wie groß einem das Herz wird. Still und weise. Eine besondere Entdeckung, dank Buchhändlerbegeisterung.
ANNE VON CANAL (†), AUTORIN & ÜBERSETZERIN, INSTAGRAM
UNTER OFFENEM HIMMEL
Wir wollten euch unbedingt dieses Buch vorstellen, weil es einem sehr intensive, sehr schöne Lektürestunden schenkt, das einen durchaus auch herausfordert. Neben dem Handlungsgerüst glänzt der Roman mit einer sehr präzisen Sprache, Katharina Geiser schaut ganz genau hin, was sie uns erzählen will, sie erzählt mit ganz vielen kleinen Details, bis in die kleinsten Farbnuancen. Das ist alles sehr stimmungsvoll, dabei beängstigend aktuell.
NETZWERK DER LITERATURHÄUSER
UNTER OFFENEM HIMMEL
Meine persönliche Entdeckung dieses Sommers. Ich liebe alles daran: die raffiniert verzahnte, fünf Generationen umfassende Geschichte einer Schweizer Familie, die Sprache, die Bilder – auch und gerade die Auslassungen (denn nichts ist schlimmer als ein Auserzählen der Geschichte). Und dann liebte ich auch das Schweizerische daran; ich bekam direkt ein bisschen Heimweh.
ANNETTE MINGELS, AUTORIN & KULTURJOURNALISTIN, INSTAGRAM
VIERFLECK ODER DAS GLÜCK
Der Autorin ist ein berührendes, kraftvolles Porträt ungewöhnlicher Menschen gelungen, an deren verschlungenen Schicksalen man Anteil nimmt und deren untergegangene Welt hier wieder lebendig wird.
MATTHIAS WEICHELT, SÜDDEUTSCHE
VIERFLECK ODER DAS GLÜCK
Katharina Geisers Schilderung dieser grandiosen Ménage-à-quatre steckt voller Komik und Witz.
SUSANNE SCHABER, ORF
VIERFLECK ODER DAS GLÜCK
Beeindruckend stilsicher in der gewählten Tonlage und im Kompositionsprinzip schafft Katharina Geiser ein stimmungsmässiges Konzentrat, dicht und schwebend zugleich. Umso grösser ist das Vergnügen, von Zeitsprung zu Zeitsprung ins Leben, Wahrnehmen und Empfinden ihrer Figuren einzutauchen.
SIBYLLE BIRRER, NZZ
DIESE GEZEITEN
Selten hat eine Autorin so einfühlsam und leichthändig mit historischem Material und literarischer Imagination gespielt.
NICOLE HENNEBERG,
FAZ
DIESE GEZEITEN
"Diese Gezeiten" erzählt aber nicht nur eine bewegende Liebesgeschichte, der Roman erzählt in feiner Schraffur auch von mehr und anderem: von den sozialen und politischen Umständen jener Jahre auf Jersey. Es müssen schreckliche Zeiten gewesen sein. Aber Katharina Geiser, das ist das Glück ihres Romans, lässt ihre Figuren – und damit uns Lesende – nie entkommen in bequeme Unterscheidungen zwischen Gut und Böse.
MARTIN ZINGG, NZZ
ROSA IST ROSA
Wer sich voll und ganz auf die Texte einlässt, wird reich beschenkt, taucht ein in kleine und grosse Seen, die Schönheit und Schrecken zugleich symbolisieren, in vergangene und fremde Welten, vor allem aber in die Seelen von Geisers Figuren. (...) Wenn Erzählungen eine solche Strahlkraft entwickeln, dann lassen sie in unserer Vorstellung die Figuren, ob real oder erfunden, tatsächlich lebendig werden.
PATRICIA KLOBUSICZKY, SCHWEIZERMONAT
ROSA IST ROSA
Die stärkste Erzählung trägt den wunderschönen Titel "Von unseren Begegnungen ist mir jede die liebste" – ein Briefzitat: Ariadna Efron, Tochter von Marina Zwetajewa, schrieb diese Zeile an Boris Pasternak. Der Briefwechsel mit ihm war ihr Lebenselixier in der sibirischen Verbannung, in die sie 1949 gezwungen wurde. (...) Hier gelingt es wieder aufs Schönste: die Verflechtung von historisch belegbarem und literarischer Spekulation. Ein Leben, das sich auf wenigen Seiten entfaltet – ein dunkles funkelndes, poetisches Porträt.
CAROLA EBELING, TAZ
VORÜBERGEHEND WIEN
Gefühlsgeschichten allesamt, doch ganz und gar nicht gefühlig – weil Geiser die leisen Spuren bevorzugt, gleichsam die Rückseiten der offiziellen Dokumente. Und weil sie nicht linear vorgeht, sondern Erinnerungen lieber in Topografien und Gleichzeitigkeiten verortet: im Nestroyhof, dem Aspangbahnhof, im September 1913, da auch Kafka in Wien weilt. Ein klangvolles, ein herzanstrengendes, ein ausserordentliches Buch.
KATRIN SCHUSTER, HAGALIL.COM
VORÜBERGEHEND WIEN
Es ist ein Flimmern in Katharina Geisers Prosadebüt, wie man es selten liest. Ein genaues Beobachten im Vorübergehen und eine Flüchtigkeit, der es dennoch gelingt, die Realität einzufangen. Das ist das Geheimnis von „Vorübergehend Wien“.
ERIKA ACHERMANN, BERNER ZEITUNG