Rosa Schmetterlinge muss es geben. Sie fallen dir aus der Hand,
sobald du gesund bist und zeichnest. Sie leben mit winzigen Zwergen
unter bunten Schirmpilzen, die von Rand zu Rand der aus Cornflakes-
oder Tampax-Schachteln geschnittenen Zeichenkartons reichen. Immer
fünf Stück geben die Schachteln her, immer zuwenig bei all den
Prinzessinnen, den Vogelschwärmen und den am Himmel aufgehängten
Sternen, vierzackig, vielzackig. Kommt hinzu derjenige mit dem
Schweif über den Ställen, drin sind die Jesüsser und Marias und
Esel verborgen. Die Marias haben kein toupiertes Haar, tragen
aber unter den drapierten Heiligenscheinen grosszügige Haarrollen
auf den Schultern. Durch die Luft fliegen kopfüber glatzköpfige
Engel, hängen sich an die Stallbalken wie Fledermäuse, piepsen
wohl auch so. Du siehst das Christkind hellblau durchs Schlüsselloch
mitten im Juli. Man müsste es anbinden und an einer Leine hinter
sich herziehen. Du zähmtest es, so stellst du dir vor, mit ein
paar wenigen Schlägen, damit es bliebe. Lehrtest es Kunststücke.
(aus ROSA IST ROSA)