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Gefühlsgeschichten allesamt, doch ganz und gar nicht gefühlig – weil Geiser die leisen Spuren bevorzugt, gleichsam die Rückseiten der offiziellen Dokumente. Und weil sie nicht linear vorgeht, sondern Erinnerungen lieber in Topografien und Gleichzeitigkeiten verortet: im Nestroyhof, dem Aspangbahnhof, im September 1913, da auch Kafka in Wien weilt. Ein klangvolles, ein herzanstrengendes, ein ausserordentliches Buch.
Katrin Schuster, hagalil.com, 20. März 2006

Es ist ein Flimmern in Katharina Geisers Prosadebüt, wie man es selten liest. Ein genaues Beobachten im Vorübergehen und eine Flüchtigkeit, der es dennoch gelingt, die Realität einzufangen. Das ist das Geheimnis von „Vorübergehend Wien“.
Erika Achermann, Berner Zeitung, 8. Juni 2006

„Vorübergehend Wien“ ist ein tollkühnes Buch, seine Verfasserin wagt viel, sie kreiert gewissermassen ein eigenes Genre, das sich vielleicht als lyrische Dokumentation kennzeichnen liesse; doch im Grunde entzieht es sich jeder Charakterisierung. Bestimmt lesenswert, weil viel Kostbares darin enthalten ist, an Erkenntnissen, an Funden, an Rekonstruktionen, die ein Historiker nicht vornehmen dürfte, eine Dichterin hingegen schon.
Patricia Klobusiczky, SCHWEIZER MONATSHEFTE, Mai 2007

Vieles bleibt einfach offen – im besten Fall einer alterten, an Tatsachen geeichten Vorstellungskraft überlassen. Und die Erzählerin hat denn auch eine Phantasie und eine Kombinationsgabe, die sich oft und leicht am Sichtbaren entzünden kann und sich von Fakten abstösst, um diese gleichsam spekulativ zu ergänzen und weiterzutreiben oder gar einzuholen. Aber Katharina Geisers erzählerische Recherche verzichtet auf jede forcierte Sinnstiftung. Zerrissenes bleibt zerrissen; und deutlich bleibt immer der Riss.
Martin Zingg, NZZ, 11. Juli 2006

Eigene Recherchen in Archiven und Bibliotheken fügen sich zwanglos in ein Textgewebe ein, das Traum und Wirklichkeit vernüpft und zwischen dem Heute und Gestern vermittelt. Erzählend wechselt Katharina Geiser häufig die Perspektiven und entfaltet eine poetische Prosa, die immer wieder wahre Schätze bereithält. Unwiderstehlich schildert sie etwa den Charme der alten Aufzüge, den einsamen Prater unter dem Schneestaubhimmel oder das selbstvergessene Spiel der kleinen Kamilla Fink mit Fadenspulen, Stoffresten und Messingknöpfen.
Beatrice Eichmann-Leutenegger, Der Bund, 7. Juli 2006

„Vorübergehend Wien“ ist ein Leserlebnis, das einen lange nicht loslässt. Auf das zweite Buch dieser sprachgewaltigen Autorin darf man gespannt sein.
Winfried Stanzick, www.sandammeer.at, April 2006

Das Buchcover von Vorübergehend Wien
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