• Textmuster
  • Persönlich
  • Publiziert
    • Diese Gezeiten
    • ROSA IST ROSA
    • Vorübergehend Wien
    • Übrige
  • Termine
  • Und hier
Inhalt
Rezensionen

Es ist ein intensives Erzählen, das jedes Psychologisieren verweigert und uns stattdessen unmittelbar hineinführt in eine Fülle sinnlicher Einzelheiten. Den Auftakt zu einer faszinierenden epischen Farbenlehre liefert dann gleich die erste und zugleich titelgebende Erzählung des Bandes.
Michael Braun, BAZ, 11. April 2008

Trügerisch einfach wirkt der Titel von Katharina Geisers Erzählband: "Rosa ist Rosa". Dabei offenbart er auf gut 200 Seiten ein gewaltiges Farb- und Tonspektrum. Wer sich voll und ganz auf die Texte einlässt, wird reich beschenkt, taucht ein in kleine und grosse Seen, die Schönheit und Schrecken zugleich symbolisieren, in vergangene und fremde Welten, vor allem aber in die Seelen von Geisers Figuren. Das ist beglückend – die Liebe, den Schmerz, die Trauer, die Angst, den Übermut nachempfinden zu können.
Patricia Klobusiczky, SCHWEIZER MONATSHEFTE, Oktober 08

Ein wichtiges Element ist ganz sicher, dass die Autorin eine besondere Gabe des Nichtvergessens hat. Die Erzählungen Geisers können heiter sein, verspielt, witzig und komisch, und anderseits fehlt es nicht an Düsterem, Tragischem. Manche Funde leuchten geradezu, sie sind eigenwillig, eigenartig und überraschend, aber haschen dennoch nicht nach Originalität. Will man die Summe ziehen des Zusammenwirkens von Erinnerung und Intuition, von Bildkraft und Beweglichkeit der Sprache, von Hingabe ans Erzählen und Erzählenswerte, dann lässt sich von diesen Geschichten sagen: Sie sind gleichsam Liebesbriefe an die Vielfalt und Buntheit des Lebens.
Charles Cornu, Der Bund, 27. März 2008

Die stärkste Erzählung trägt den wunderschönen Titel "Von unseren Begegnungen ist mir jede die liebste" – ein Briefzitat: Ariadna Efron, Tochter von Marina Zwetajewa, schrieb diese Zeile an Boris Pasternak. Der Briefwechsel mit ihm war ihr Lebenselixier in der sibirischen Verbannung, in die sie 1949 gezwungen wurde. Geiser geht zurück in die Kindheit Ariadnas, imaginiert Szenen mit der berühmten Mutter. Erzählt Kindheit und Jugend ihrer Protagonistin und fragt, wie sich Erinnerungen verändern angesichts der kaum zu ertragenden Gegenwart. Hier gelingt es wieder aufs Schönste: die Verflechtung von historisch belegbarem und literarischer Spekulation. Ein Leben, das sich auf wenigen Seiten entfaltet – ein dunkles funkelndes, poetisches Porträt.
Carola Ebeling, TAZ, 30./31. August 2008

So zeigen die 19 Texte, was Poesie in Raum und Zeit zu bewirken vermag: nichts weniger als eine Ausweitung der Welt, als eine Echolotung im Schacht der Vergangenheit.
Beatrice Eichmann-Leutenegger, NZZ, 10. März 2008

Katharina Geiser erzählt anschaulich, aber dennoch auf eine wunderbare Art geheimnisvoll. Zwar wissen wir immer, woran wir mit den Figuren sind. Zugleich aber wissen wir auch, dass die Figuren sich nicht in unserem Wissen erschöpfen. Denn immer strahlt da etwas von draussen herein, das ihr Tun bestimmt, auf ihr Hoffen und Zweifeln einwirkt. Es offenbart sich in einem Wort, in einem Satz: „Wenn ich mein Bett allein bevölkere, bin ich näher bei dir“ („Sehnot“). Diese Geschichten werden getragen, ja getrieben von einem erzählerischen Eros, mit dem Katharina Geiser sich Menschen und Dingen, Pflanzen und Landschaften – immer wieder auch dem Wasser – zuwendet und uns hinübersetzt an Orte zwischen dem Drinnen und dem Draussen, in das beglückende Zwischenreich der Poesie.
Hardy Ruoss, Seite 4, 22. Juni 2008

Das Buchcover von Rosa ist Rosa
© zürichberlin